Vom Karopapier zum fertigen Layout

Diese Website von
Luc Hochstrasser

Eigene Idee

Kein Template, kein Baukasten,
keine fertige Vorlage

Diese Website ist von der ersten Linie auf dem Karopapier bis zur letzten Zeile Code meine eigene Idee. Ich habe kein Theme gekauft, keinen Baukasten benutzt und keine Vorlage abgewandelt. Das Raster, die vier Schriftgrössen, die Haarlinien, die alles zusammenhalten, die Farbflächen und die Reihenfolge der Seiten — das habe ich alles selbst entschieden und danach selbst gebaut.

Dasselbe gilt für die Funktionen. Die Schallplatten, die man drehen muss, damit ein Lied läuft. Der Globus, den man anfassen und weiterdrehen kann und der dabei die Fotos meiner Freunde weiterschiebt. Der Regler, der ein Bild aufdeckt und zeigt, was das Grading verändert hat. Der Ball, der auf der Übersicht von oben fällt und sich austrudelt. Nichts davon ist ein eingebundenes Plugin — jede dieser Ideen stand zuerst als Kritzelei auf einem dieser Blätter.

Warum von HandAuf Papier bin ich schneller als in jedem Programm. Ein Blatt kostet nichts, eine schlechte Idee darf durchgestrichen werden, und ich sehe alle Seiten gleichzeitig nebeneinander. Erst wenn eine Skizze für mich Sinn ergibt, gehe ich an den Rechner.

Der Plan

Zuerst die Wege,
dann die Seiten

Handgezeichnetes Flussdiagramm: Main und Header oben, darunter Postervorschau, MG-Vorschau, Fotografie-Vorschau und Mehr-über-mich-Vorschau, mit Pfeilen zu den jeweiligen Unterseiten und zurück, unten der Footer
Plan für eine Website

Dieses Blatt ist das erste, das ich gezeichnet habe. Links läuft eine Spalte von oben nach unten: Main, Postervorschau, MG-Vorschau, Fotografie-Vorschau, Mehr über mich. Rechts stehen die Zielseiten: Poster, Motiongraphics, Fotografie, Über mich. Dazwischen liegen die langen Pfeile — von jeder Vorschau hinaus auf ihre eigene Seite, und von jeder Seite ein zurückgebogener Pfeil wieder zurück auf die Vorschau. Ganz oben spannt sich der Header über alle Spalten, ganz unten sammelt der Footer alles ein.

Die drei gelben Markierungen sitzen genau auf den Vorschau-Blöcken. Das war die Stelle, an der ich mir am unsichersten war: Wie viel darf eine Vorschau schon zeigen, ohne dass die eigentliche Seite danach überflüssig wirkt?

Der Gedanke dahinterBevor ich eine einzige Seite gezeichnet habe, wollte ich wissen, wie man sich zwischen ihnen bewegt. Eine Website ist für mich zuerst ein Weg und erst danach ein Bild. Deshalb sind die Pfeile hier wichtiger als die Kästchen — und deshalb kommt man auf der fertigen Seite von überall mit einem Klick zurück auf die Übersicht.

Die Seiten

Ein Rahmen,
viermal wiederholt

Handskizze mit vier Seitenrahmen für Desktop: Start mit Luc Hochstrasser, Motion-Graphics mit einer Kurve, Fotografie mit einer gezeichneten Kamera, Über mich mit Strahlen, dazu rechts der Footer in vier Spalten
Pages (Desktop)

Vier Rahmen untereinander, und in jedem wiederholt sich dasselbe: oben drei kurze Striche für die Navigation, links unten der Titel gross und über zwei Zeilen gebrochen, rechts ein stehendes Feld für das Bild oder die Vorschau, und ein kleiner Pfeil, der auf den Button zeigt. Bei Motion-Graphics habe ich eine Kurve mit einem Punkt am Ende gezeichnet, bei Fotografie eine Kamera von schräg vorne, bei «Über mich» ein paar Striche, die vom Wort wegstrahlen. Rechts oben steht der Footer für sich allein, in vier Spalten aufgeteilt.

Die drei Striche für die Navigation habe ich auf jedem einzelnen Rahmen neu gezeichnet, statt sie einmal zu notieren. Genau so ist es dann auch geworden: der Header liegt fix über jeder Seite und verschwindet erst, wenn man nach unten scrollt.

Der Gedanke dahinterIch wollte, dass man sich auf jeder Unterseite sofort zurechtfindet. Wenn der Titel immer an derselben Stelle steht und der Footer immer gleich schliesst, muss man das Layout nur einmal lernen. Die Kritzeleien in den Rahmen — die Kurve, die Kamera, die Strahlen — sind der Vorläufer von dem, was heute die Animationen sind.

Die Scroll-Seiten

Jede Unterseite
Abschnitt für Abschnitt

Handskizze der Scroll-Seiten Poster und Motion-Graphics, je Abschnitt ein Rahmen: Titel, Projekt Urban, Freizeit-Projekte, Momentan, sowie Schulprojekt und In Produktion Handskizze der Scroll-Seiten Fotografieren und Ich: Titel, Komposition, Grading, sowie Musik mit drei Kreisen, Mathematik mit einer Wellenlinie und Freunde mit einer Kugel
Scroll-Seite: Poster & Motion-Graphics / Fotografieren & Ich

Auf diesen beiden Blättern ist jede Unterseite in ihre Abschnitte zerlegt, sauber durchnummeriert von «1. Seite» an. Bei Poster: Titel, Projekt Urban, Freizeit-Projekte, Momentan. Bei Motion-Graphics: Titel, Schulprojekt, In Produktion. Bei Fotografieren: Titel, Komposition mit drei nebeneinanderliegenden Rahmen, Grading mit zwei Rahmen direkt nebeneinander. Bei «Ich»: Titel, Musik, Mathematik, Freunde.

Zwei Stellen verraten schon die fertige Funktion. Bei Musik habe ich drei Kreise in Kästchen gezeichnet — daraus sind die Schallplatten geworden, die man wirklich drehen kann. Bei Freunde steht eine schraffierte Kugel neben einem Rahmen — das ist der Globus, der heute das Bild im Fenster weiterschiebt. Und die zwei direkt aneinandergeschobenen Rahmen bei Grading sind der Regler, der zwischen Raw und Grading aufblendet.

Der Gedanke dahinterJede Scroll-Seite beginnt bei mir mit einem ganzen Bildschirm, auf dem nichts steht ausser dem Titel. Das ist Absicht: man soll einmal durchatmen, bevor der Inhalt kommt. Danach folgt Abschnitt auf Abschnitt, immer durch eine Linie getrennt — dieselbe Linie, die auf dem Karopapier schon unter jedem Titel steht.

Von Papier
zu Figma

Der Zwischenschritt
vor dem Code

Nach dem Papier kam Figma. Dort habe ich aus den Kritzeleien echte Masse gemacht: Spaltenbreiten, Abstände, die vier Schriftgrössen, die Farbflächen. Vieles hat sich dabei nochmals verschoben — auf Papier wirkt ein Titel schnell zu klein, auf dem Bildschirm plötzlich zu gross. Erst als das Layout in Figma stand, habe ich angefangen, HTML und CSS zu schreiben.

Der Gedanke dahinterFigma war für mich nie der Ort für Ideen, sondern der Ort, an dem Ideen genau werden. Gedacht habe ich weiterhin auf Papier — nur eben mit dem Wissen, dass es danach auf den Pixel stimmen muss.

Das Figma-Layout ansehen (PDF)